4. März 2026

Die Zunge: Ihr Einfluss auf Zahnstellung und Kieferentwicklung

Ihre Zunge hat Einfluss auf die Zahnstellung und Kieferentwicklung. Eine abweichende Zungenlage oder gar ein Zungenpressen kann unter anderem Zahnfehlstellungen begünstigen oder aber kieferorthopädische Behandlungen beeinträchtigen.

Deshalb schauen wir sehr genau auch auf die Zunge und ihre Funktion in der kieferorthopädischen Therapie, denn das gehört zu unserem ganzheitlichen Ansatz.

Wo sollte die Zunge eigentlich liegen?

Die Zungenruhelage ist gewöhnlich am Gaumen – genauer gesagt liegt die Zungenspitze direkt hinter den oberen Schneidezähnen, ohne diese jedoch zu berühren.

In dieser Position erfüllt die Zunge eine wichtige Aufgabe: Bei jedem Schluckvorgang (und wir schlucken bis zu 2.000-mal am Tag!) übt die Zunge einen sanften Druck nach oben aus. Dieser Druck wirkt den Kräften der Wangenmuskulatur entgegen und sorgt dafür, dass der Oberkiefer breit und harmonisch wächst.

Zungenpressen

Wenn die Zunge jedoch nicht am Gaumen ruht, sondern gegen oder zwischen die Zähne presst, beschreibt dies ein abweichendes Muster oder das sog. Zungenpressen. Die Folgen für die Zahnstellung und die Kieferentwicklung sind unter anderem:

  1. Offener Biss: Die Zunge schiebt sich zwischen die Frontzähne, sodass diese sich beim Zusammenbeissen nicht mehr berühren.
  2. Vorgeschobene Zähne (Protrusion): Der ständige Druck lässt die Schneidezähne nach vorne wandern – es entsteht der typische Überbiss.
  3. Schmaler Oberkiefer: Ohne den Gegendruck der Zunge gewinnt die Wangenmuskulatur die Oberhand. Der Kiefer wird schmal, was zu Engständen und Platzmangel führen kann.

Unser ganzheitlicher Ansatz

Zähne mit Brackets oder Schienen korrigieren? Ja, selbstverständlich. Aber was gehört noch dazu? Mögliche Fehlfunktionen klären wir vorab, zum Beispiel prüfen wir die Zungenlage.

Bliebe eine Fehlfunktion bestehen, würde sie nach der kieferorthopädischen Therapie wiederum dazu beitragen, dass die Zähne sich verschieben. (Kieferorthopäden sprechen hier auch von einem Rezidiv).

Unser ganzheitlicher kieferorthopädischer Ansatz geht einen Schritt weiter. Wir fragen nach dem »Warum«:

  • Liegt eine behinderte Nasenatmung vor? Respektive dominiert die Mundatmung?
  • Wie ist das Zungenbändchen ausgebildet?
  • Zeigt sich Zungen-, Lippenpressen oder Wangenkauen?
  • Gibt es Verspannungen der Kaumuskulatur?
  • Gibt es Haltungsauffälligkeiten?

Hier ist auch unsere Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen wichtig: Oft arbeiten wir eng mit spezialisierten Logopäden und HNO-Ärzten zusammen. Es greift auch die Myofunktionelle Therapie (MFT): Hierbei lernt man zum Beispiel durchgezielte Übungen, die Zunge zu trainieren und vorwiegend durch die Nase einzuatmen.

Checkliste: Anzeichen für eine abweichende Zungenlage

Achten Sie bei sich oder Ihrem Kind auf folgende Symptome:

  • Der Mund steht in Ruhe häufig offen.
  • Es wird vermehrt durch den Mund statt durch die Nase geatmet.
  • Lispeln oder andere Artikulationsprobleme treten auf.
  • Die Zunge ist beim Schlucken zwischen den Zähnen sichtbar.
  • Häufige Verspannungen im Nacken- oder Kieferbereich

Ein gesundes Lächeln braucht ein gutes Fundament!

Zähne sind Teil eines dynamischen Systems. Eine gesune Lage ist auch ein guter Ausgangspunkt für gerade Zähne und einen gesunden Biss.

Indem wir die Funktion der Zunge in die kieferorthopädische Planung einbeziehen, sorgen wir nicht nur für gerade Zähne, sondern für ein gesundes Gesichtswachstum, eine verbesserte Atmung und ein stabiles Behandlungsergebnis.

Haben Sie Fragen zu Ihrer Zungenfunktion oder der Ihres Kindes? Unser Team der Eglizahnmedizin St. Gallen ist sehr gerne für Sie da und berät Sie dazu.

Frau freut sich, lacht

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